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Punktestandsanzeige selber bauen mit ESP32 und LED-Matrix

Punktestandsanzeige selber bauen: Wie aus einer Aufbewahrungsbox, einem ESP32 und einer LED-Matrix die Anzeigetafel für unsere Montagsliga geworden ist.

Selbstgebaute Punktestandsanzeige der Montagsliga – schwarze Kunststoffbox mit LED-Matrix zwischen den Feldern Home, Spielzeit und Guest
Rolle
Konzeption, Design und Entwicklung
Stack
ESP32, MAX7219, LED-Matrix, Potentiometer
Jahr
2026

Jeden Montag treffe ich mich mit einer Truppe in einer Sporthalle zum Fußballspielen, wir nennen das die Montagsliga. Eine Anzeigetafel gibt es dort nicht, und nach ein paar Toren weiß niemand mehr sicher, wie es steht. Als in einer Bestellung bei AliExpress eine LED-Matrix lag, also ein Feld aus einzeln ansteuerbaren LEDs, hatte ich die Idee dazu: eine Punktestandsanzeige selber zu bauen. Heute ist sie eine schwarze Box mit Powerbank, die Tore zählt und die Spielzeit herunterlaufen lässt.

Was die Punktestandsanzeige in der Halle kann

Die Punktestandsanzeige steht am Spielfeldrand und sieht aus wie eine kleine Anzeigetafel: links das blaue Feld für das Heimteam, rechts das rote für die Gäste, dazwischen die LED-Matrix. Die Teams auf der Front heißen TSG Muskelkater und Lokomotive Lahm.

Bedient wird sie über fünf Taster und einen Drehregler auf der Oberseite:

  • Tor zählen: Jedes Team hat einen Taster für Plus und einen für Minus. Wer ein Tor geschossen hat, läuft kurz zur Box und drückt. Mit Minus lässt sich ein falscher Druck zurücknehmen.
  • Spielzeit einstellen: Der Drehregler in der Mitte setzt einen Timer. Die Skala reicht von 0 bis 60 Minuten. Steht er auf 0, läuft kein Timer.
  • Zurücksetzen: Der gelbe Taster stellt Spielstand und Timer auf Anfang.

Die LED-Matrix besteht aus vier Feldern nebeneinander. Die beiden äußeren zeigen den Spielstand, je eine Ziffer pro Team. Die beiden mittleren arbeiten als Sanduhr: Zu Beginn leuchten alle LEDs, und mit der verstrichenen Zeit erlischt von oben eine Zeile nach der anderen. Ist das letzte Licht aus, blinken die mittleren Felder, bis jemand den gelben Taster drückt. Der Spielstand bleibt dabei stehen.

Jede Seite zählt bis 9. Erreicht ein Team die 9, ist das Spiel ebenfalls zu Ende, und die LED-Matrix zeigt eine Animation. Auch dann geht es erst nach dem Zurücksetzen weiter.

Im Einsatz ist die Punktestandsanzeige seit Anfang 2026. Sie läuft ohne Kabel an einer Powerbank, die ich vor jedem Montag auflade.

Punktestandsanzeige selber bauen: Bauteile und Kosten

Die Preise sind die, die ich bezahlt habe.

Bauteil Anzahl Preis Bezugsquelle
Schwarze Aufbewahrungsbox mit Deckel, 28 × 18 × 12 cm 1 2 bis 3 € Action
ESP32 Wroom 32 (öffnet in neuem Tab) 1 16,99 € für 3 Stück Amazon
MAX7219-Modul mit vier Feldern, einfarbig blau, mit 5-poliger Leitung 1 7,50 € AliExpress
Taster in Blau, Weiß, Gelb, Weiß und Rot 5 zusammen 4,50 € AliExpress
Potentiometer 10 kΩ 1 1 bis 2 € AliExpress
Elektrodraht, schwarz und rot 2 m 4 € AliExpress
Schnellsteckklemmen 1 Box 2,29 € AliExpress
Plexiglas Reste 0 € aus einem alten Bilderrahmen von IKEA
Powerbank mit USB-Ausgang, 5 V 1 - vorhanden

Der ESP32 ist ein Microcontroller, also ein kleiner Rechner auf einer Platine, der ein einzelnes Programm ausführt. Das MAX7219-Modul ist die LED-Matrix: vier Felder mit je 8 × 8 LEDs auf einer Platine. Der Name kommt von dem Baustein darauf, der die LEDs ansteuert. Das Potentiometer ist der Drehregler für den Timer. Der ESP32 liest aus, wie weit es gedreht ist.

Rechne ich einen ESP32 aus dem Dreierpack an, kommen die Bauteile ohne Powerbank auf rund 27 bis 29 €. Dazu kommt Kleinmaterial: Heißkleber, Klettverschluss, Gewindestangen und Aufkleberfolie.

An Werkzeug brauchst du eine Heißklebepistole und einen Drucker für die Aufkleber.

Von der Idee bis zur fertigen Box sind rund anderthalb Jahre vergangen. Das ist die Zeit, in der das Projekt neben allem anderen lag, nicht die reine Arbeitszeit.

Die Funktionen im Überblick: Timer per Drehregler, Taster zum Hoch- und Runterzählen, vier LED-Matrix-Module und Betrieb per Powerbank

Verkabelung von ESP32, LED-Matrix und Tastern

Am ESP32 hängen drei Dinge: die LED-Matrix über ihre 5-polige Leitung, die fünf Taster und der Drehregler. Verbunden habe ich sie mit dem schwarz-roten Elektrodraht und den Schnellsteckklemmen. Strom bekommt der ESP32 über seinen USB-Anschluss von der Powerbank.

Stromversorgung: eine Powerbank am ESP32

Die Punktestandsanzeige sollte in der Halle ohne Kabel auskommen und einen ganzen Abend durchhalten, also ein bis drei Stunden.

Welche Stromversorgung dafür reicht, habe ich mit KI berechnet: wie viel Strom der ESP32, die Taster samt Drehregler und die LED-Matrix zusammen ziehen und wie lange eine Powerbank das liefert. Das Ergebnis: Eine Powerbank mit 10.000 mAh hält 10 bis 20 Stunden.

Meine Powerbank liefert 5 V an zwei Ausgängen mit je 2 A und steckt per USB direkt am ESP32.

Eine Aufbewahrungsbox als Gehäuse

Der erste Prototyp bestand aus ESP32, LED-Matrix und einem Breadboard, einer Steckplatine für Schaltungen ohne Löten. Für die Halle taugte er nicht. Was ein Gehäuse dort können muss, hat sich erst nach und nach gezeigt:

  • Es soll aussehen wie eine Anzeigetafel.
  • Die Taster müssen oben liegen, damit ein Druck im Vorbeilaufen reicht.
  • Jeder Taster braucht eine Beschriftung, damit niemand den falschen drückt.
  • Wenn ein Ball dagegen prallt, darf innen nichts auseinanderfliegen.

Geworden ist es eine schwarze Aufbewahrungsbox von Action. Sie steht nicht auf dem Boden, sondern auf einer Längsseite. So zeigt der Deckel wie ein Bildschirm nach vorn, und die Taster sitzen in der Seite, die jetzt oben liegt.

In die Mitte des Deckels habe ich eine Aussparung in der Größe der LED-Matrix geschnitten. In die Einfassung des Deckels ist mit Heißkleber eine Plexiglasscheibe geklebt. Sie schützt die LED-Matrix von außen und verhindert, dass sie herausfällt. Auf der ganzen Scheibe klebt ein bedruckter Aufkleber mit dem Layout der Anzeigetafel, der die LED-Matrix ebenfalls ausspart.

Innen halten Zuschnitte aus Plexiglas die Teile an ihrem Platz, alle mit Heißkleber befestigt. Um die LED-Matrix sitzt ein Quadrat aus Plexiglas. Die Powerbank liegt in einer eigenen Einfassung und dient zugleich als Gewicht für die Box, die ja auf der Seite steht. Zum Laden nehme ich sie heraus.

Der ESP32 sitzt an der rechten Seite der Box auf Gewindestangen, mit Abstand zur Wand. So liegt die Wärme nicht direkt am Kunststoff an. Die Griffe der Box sind offen und lassen Luft hinein.

Software: Zähler, Sanduhr und Zurücksetzen

Das Programm auf dem ESP32 hat vier Aufgaben:

  1. Es liest die fünf Taster und zählt den Spielstand je Team zwischen 0 und 9 hoch oder herunter.
  2. Es liest den Drehregler und leitet daraus die Spielzeit ab. Bei 0 bleibt der Timer aus.
  3. Es zeichnet die vier Felder der LED-Matrix: außen die Ziffern, in der Mitte die Sanduhr, die Zeile für Zeile erlischt.
  4. Es kennt das Spielende, entweder weil die Zeit abgelaufen ist oder weil ein Team die 9 erreicht hat, und wartet dann auf den gelben Taster.

Was schiefging: Matrix, Deckel und Beschriftungen

Das Projekt lief fast ohne Pannen. Vier Stellen haben trotzdem nicht auf Anhieb gepasst.

Die erste LED-Matrix war die falsche. Angefangen habe ich mit einer LED-Matrix mit 16 × 16 Leuchtpunkten. Für die Box habe ich auf das MAX7219-Modul gewechselt. Es hat weniger LEDs und leuchtet nur in Blau, verbraucht deshalb weniger Strom und braucht weniger Platz. Außerdem lassen sich Ziffern auf vier getrennten Feldern leichter steuern: ein Feld, eine Ziffer.

Der Deckel saß lose. Bei einer Aufbewahrungsbox liegt der Deckel nur auf. Steht die Box auf der Seite, hält ihn nichts mehr. Ich habe ihn an allen Seiten mit Klettverschluss befestigt. So bleibt er zu und lässt sich trotzdem öffnen, wenn die Powerbank geladen werden muss.

Die Beschriftungen lösen sich. Für die Taster habe ich Beschriftungen auf Aufkleberfolie gedruckt und beim Einschrauben unter die Taster geklemmt. Der Kleber hält auf der Oberfläche der Box schlecht, die Beschriftungen haben sich schon wieder gelöst.

Die Skala am Drehregler ist geschätzt. Um den Drehregler klebt eine Skala mit Minuten. Ob die Stellung auf der 5 oder der 10 wirklich fünf oder zehn Minuten ergibt, weiß ich nicht sicher, weil die Punktestandsanzeige die eingestellte Zeit nirgends anzeigt.

Stand heute und der nächste Schritt

Die Punktestandsanzeige kommt jeden Montag mit in die Halle. Als Nächstes überarbeite ich den Timer: Sobald der Drehregler zur Ruhe kommt, soll die LED-Matrix einmal die eingestellte Minutenzahl anzeigen. Dann zeigt sich auch, wie gut die aufgeklebte Skala stimmt. Ein öffentliches Repository für den Code ist vorgemerkt.

Wie aus einem Bauteil ohne Plan dieses Projekt geworden ist, steht im Artikel DIY-Projekt anfangen: Wie schwer kann das schon sein?. Mein erstes Projekt mit einem Microcontroller waren die Buzzer für eine Akkuschrauber-Challenge.

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