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DIY-Projekt anfangen: Wie schwer kann das schon sein?

Ein DIY-Projekt anfangen ohne Vorwissen: Wie aus zwei Buzzern für ein Festival eine Punktestandsanzeige und eine Zugsteuerung für DUPLO® geworden sind.

ESP32 zwischen zwei Fingern, im Hintergrund bunte Steckkabel und eine LED-Matrix

Mein erstes Projekt mit einem Microcontroller, also einem kleinen Rechner auf einer Platine, habe ich nicht aus Neugier auf die Technik begonnen. Ich hatte eine Aufgabe und anderthalb Wochen Zeit: Ein Freund brauchte für eine Challenge auf einem Festival zwei Buzzer mit Zeitmessung. Wenn du selbst ein DIY-Projekt anfangen möchtest und dich fragst, ob du dafür genug kannst: Ich konnte es vorher auch nicht. Aus den Buzzern sind danach eine Punktestandsanzeige und viele weitere tolle Projekte geworden.

Der erste Microcontroller: zwei Buzzer für ein Festival

Bis dahin hatte ich nur ein wenig mit dem Raspberry Pi gearbeitet, einem vollständigen Computer auf einer einzigen Platine. Mit Arduino oder ESP32, zwei verbreiteten Familien von Microcontrollern, hatte ich noch nichts zu tun gehabt. Die Arduino IDE, das Programm, mit dem der Code auf den Microcontroller kommt, habe ich für dieses Projekt zum ersten Mal geöffnet.

Die Frage war deshalb nie, was ich mit einem Microcontroller alles anstellen kann. Sie lautete: Wie bekomme ich Hardware und Software für diese Challenge rechtzeitig fertig? Das hat mir den Einstieg leicht gemacht, weil ich nur lernen musste, was die Buzzer brauchten.

Die Buzzer sind rechtzeitig fertig geworden, und die Challenge ist auf dem Festival erfolgreich gelaufen. Den ganzen Aufbau mit Bauteilen und Code findest du im Projekt Buzzer selber bauen.

AliExpress und ein voller Warenkorb

Nach den Buzzern wollte ich mehr ausprobieren. Dabei habe ich AliExpress als sehr günstige Quelle für Hardware entdeckt: Kabel, Klemmen, Boards und vieles mehr für wenige Euro.

Wer dort einmal sieht, was es alles gibt, hat den Warenkorb schnell voll. Mir ging es genauso. Ich habe Teile bestellt, für die ich noch gar kein Projekt hatte.

Eine LED-Matrix für die Montagsliga

Prototyp auf einer blauen Arbeitsmatte: ESP32, Breadboard und die Rückseite der LED-Matrix, mit Steckkabeln verbunden

Eines dieser Teile war eine einfache LED-Matrix mit 16 × 16 Leuchtpunkten, also ein Feld aus einzeln ansteuerbaren LEDs. Bei ihr hatte ich sofort eine Idee: eine Punktestandsanzeige für unsere Montagsliga. Das ist eine Truppe, die sich jeden Montag in einer Sporthalle zum Fußballspielen trifft.

Ich habe meine Abende mit Recherche verbracht und hatte bald den ersten funktionierenden Prototyp aus ESP32 und LED-Matrix. Er konnte genau eine Sache: Mit jedem Druck auf einen Taster zählte die LED-Matrix um eins hoch, bis zur Neun.

Erst danach kamen die Fragen, an die ich am Anfang nicht gedacht hatte. Woher bekommt die Punktestandsanzeige in der Halle ihren Strom? Wie transportiere ich sie? Lässt sie sich mitten im Spiel bedienen, und hält sie einen Abend in der Sporthalle aus? Mit jeder Antwort habe ich das Projekt ein Stück erweitert.

Bluetooth im ESP32 und ein DUPLO®-Zug

Rotes Schiebe-Potentiometer für die Geschwindigkeit des Zuges zwischen zwei Fingern, drei Steckkabel an den Pins OTA, VCC und GND

Irgendwann habe ich entdeckt, dass der ESP32 Bluetooth schon eingebaut hat. Im Web bin ich auf jemanden gestoßen, der den Zug von LEGO® DUPLO® mit JavaScript steuerte, über Bluetooth Low Energy (BLE), die stromsparende Variante von Bluetooth.

Das wollte ich auch können. Ich habe einen eigenen Prototyp gebaut und damit eine Zugsteuerung, die den DUPLO®-Zug ohne Smartphone und ohne App fahren lässt. Die Geschwindigkeit stelle ich über ein Schiebe-Potentiometer ein, einen Schieberegler, dessen Stellung der ESP32 ausliest.

Auch hier schienen die Möglichkeiten kein Ende zu nehmen. Als Nächstes kamen Ideen mit NFC-Tags dazu, kleinen Funketiketten, die ein Lesegerät aus wenigen Zentimetern Entfernung erkennt. Damit wollte ich bestimmte Ereignisse auslösen.

Ein DIY-Projekt anfangen, ohne vorher alles zu können

Keines dieser Projekte habe ich mit einem Plan begonnen, was ich dafür lernen muss. Bei den Buzzern gab es einen Anlass und einen Termin, bei der Punktestandsanzeige ein Bauteil und eine Idee, bei der Zugsteuerung eine Funktion, die ich zufällig gefunden hatte. Gelernt habe ich jeweils das, was der nächste Schritt verlangt hat.

Du musst also nicht alles können, bevor du loslegst. Ein Problem aus deinem Alltag oder ein Bauteil für ein paar Euro reicht als Anlass. Mit der Frage „Wie schwer kann das schon sein?“ fängt bei mir fast jedes Projekt an, mehr dazu steht auf der Seite Über mich. Die Antwort lautet meistens: schwerer als gedacht.

Welches kleine Problem begegnet dir jeden Tag? Fang damit an, und schreib mir gern, was daraus geworden ist.

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